Brutalität, ihre Sprache, ihre Foren

In Kooperation mit der WIENWOCHE und der Kunsthalle Wien

30971777210_6bf87af0a5_zFoto: Daniel Jarosh

Carla Bobadilla, Andrea Hubin

Es gibt einen Stil in der Architektur, der sich Brutalismus nennt.

Das hat weniger mit dem „brutalen“ Aussehen der Betongebäude zu tun als mit dem französischen Wort für rohen Beton („béton brut“). Betonarchitektur wollte einerseits ein Bauen für neue Formen der Gemeinschaft sein, sie wird andererseits aber von vielen als hässlich abgelehnt. Durch diesen Mix an Bedeutungen ist brutalistische Architektur ein guter Ausgangspunkt für ein Nachdenken darüber, was gegenwärtig als „brutal“ gilt.
In diesem Workshop im Rahmen der Ausstellung „Beton“ wollen wir uns fragen, wer, aus welchem Blickwinkel wen und was als „brutal“ bezeichnet, welche Assoziationen damit verbunden sind und welche gesellschaftlichen Frontstellungen sich darin wiederfinden. Die Brutalität sexistischer Hasspostings und rechter Hetze in sozialen Medien wird etwa oft als Ausdruck von Dummheit und mangelnder Bildung kommentiert. An „brutal“ knüpft sich dabei die Vorstellung von Rohheit und fehlender (Gesprächs-)Kultur. Gibt es auch Situationen, in denen eine unverblümte Sprache als Rebellion gegen gesellschaftliche Verdrängung, sei es ins Unbewusste oder ins Abseits, verstanden werden kann? Ist das Konzept der Kultivierung, die aus Rohlingen zivilisierte Menschen machen soll, nicht selbst geprägt von einer gewaltvollen Geschichte? Wie können wir über Brutalität reden, ohne ein System der Aufteilung in Gut und Böse, zivilisiert und primitiv, Menschen und Andere zu reproduzieren?

Sprache: nach Bedarf Deutsch, English, Español

In Kooperation mit Denkfabrik, einem jungen Freundeskreis der Kunsthalle Wien.

Detailprogramm

So, 18. 9., 14:00 – 16:00

Brutalität, ihre Sprache, ihre Foren WORKSHOP

Kunsthalle Wien, Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Advertisements

Geschichte einer Gasse

Opernring_der.jpg

 

julius16_2fb

Titelbild: Toledo i Dertschei

Geschichte einer Gasse

Kaffee und seine Manifestationen – eine Stadtführung

WANN: Fr 10., 18-20 Uhr/ Do 16. Juni, 18-20 Uhr/ Fr 17. Juni 18-20
Treffpunkt: S-Bahn Station Hernals | Erreichbarkeit: Straßenbahnlinie 43 oder S 45
Anmeldung erbeten: contact@sohoinottakring.at oder t. 0676 3526743

Ein Projekt von Carla Bobadilla mit Beiträgen von Estuardo Chacón (Anthropologe und Kaffee Spezialist), Milena Georgieva (Bildende Künstlerin), Gizework (Performance Künstlerin und Kaffee Spezialistin), Timo Huber ( GB*9.,17.,18.), Marie-Therese Huth (Bildende Künstlerin), Nora Lička (Bildende Künstlerin), Clemens Miggitsch (Bildender Künstler), Jochem Müller (Bezirksmuseum Ottakring), Toledo i Dertschei (studiotid.com), Paul Presich (Bildender Künstler)

Es wird ein neues Format der Stadtführung praktiziert. Ausgehend von Körper und Denkweise als Instrumente der Stadterfahrung und Stadtprägung arbeitet sich die Gruppe durch die historischen und gedanklichen Verstrickungen eines Ortes.

Ausgangsbasis sind Fragestellungen und inhaltliche Zusammenhänge zum Konsum des Kaffees.
 Anhand der Betrachtung der sozialen und ökonomischen Implikationen von dessen Produktion und Import ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert in Wien und der restlichen Welt, werden wir versuchen, die Geschichte einer Gasse durch Erzählungen, Fakten und Erinnerungen zu rekonstruieren und neu zu formulieren. Zum Abschluss der Führung gibt es eine äthiopische Kaffee Röst-Zeremonie.

Geschichte einer Gasse

 

9.000 km Häppchen- Wanderndes Wissen

Künstlerische Sichtweisen auf Migration in der Esskultur
am Beispiel von Mais, Erdäpfeln und Quinoa

9000Haeppchen_hoch_WEB-303x400

6. – 29. Oktober 2015, Liebknechtgasse 32, 1160 Wien
ERÖFFNUNG: 15.10. 2015 19 Uhr
Allgem. Öffnungszeiten: Di. – So. 14.00 – 19.00 Uhr

Presseführung: 15.10. – 10.00 Uhr

Artist Talk am 22. 10. 2015 um 19.00 Uhr
Diskussion mit Kurator Hansel Sato und Künstlerinnen zu den Inhalten der Ausstellung. Dazu werden lateinamerikanische Gerichte aus Mais gereicht.

Führungen: Dauer ca. eine Stunde. Es führen Ko-Kurator Hansel Sato oder Künstlerin Carla Bobadilla.
22.10.2015 um 18:00 Uhr

Das Kunst- und Stadtteilprojekt SOHO IN OTTAKRING widmet sich 2015/16 unter dem Motto „In aller Munde“ dem facettenreichen Thema der Ernährung. Zentrum der Aktivitäten ist der Sandleitenhof in Ottakring, größter Gemeindebau des roten Wien.

Die Ausstellung „9000 km Häppchen – wanderndes Wissen“ im Alten Kino Sandleiten, Liebknechtgasse 32, 1160 Wien, beleuchtet vom 16. bis 29. Oktober 2015 aus künstlerischer Sicht einen Teilaspekt der Ernährung: Migration einmal aus ganz anderer Perspektive betrach­tet – aus dem Blickwinkel eingewanderter Agrarprodukte, die über die Jahrhunderte die regionalen Essgewohnheiten des Abendlandes vollständig verändert haben. „Einhei­mische“ Lebensmittel wurden einerseits verdrängt, die Speisepläne andererseits mit vitaminreichem Gemüse wie Chili, den vielfältig verwendbaren Erdäpfeln oder exotischen Gewürzen wie Pfeffer wesentlich bereichert. Heute sind diese Produkte selbstverständlicher Bestandteil unserer Ernährung, der Mehrheit der EuropäerInnen ist ihre ursprüngliche Herkunft und „Migrationsgeschichte“ jedoch wenig vertraut.

Die Ausstellung „9000 km Häppchen – wanderndes Wissen“ fokussiert auf die „Einwan­derung“ von Nahrungsmitteln aus Lateinamerika anhand der Beispiele Mais, Erdäpfel und Quinoa und zeigt Arbeiten von sechs international tätigen Kunstschaffenden, die sich aus künstlerischer Sicht mit Migration im Ernährungskontext beschäftigen.

Zu sehen sind eine Kunstinstallation, Fotografien und Videos von Carla Bobadilla (lebt in Wien), Baduc Gibaja Pacheco (Peru/Wien), Sandra Monterroso (Guatemala, aktuell auf der Biennale von Venedig zu sehen), Marija Mojca Pungerčar (Slowenien), Emilio Santisteban (Peru, z. Zt. Biennale Caracas) sowie Hansel Sato (Peru/Wien). Künstlerisch gestaltete Infografiken von Emilio Santisteban liefern zudem Hintergrundinformationen zu den in der Ausstellung gezeigten Produkten. Ein Begleitheft ist in Vorbereitung.

Kuratiert wird die Schau von Hansel Sato und Emilio Santisteban.

Kurator Hansel Sato: „Die Ausstellung ‚9.000 km Häppchen – wanderndes Wissen’ visualisiert mit künstlerischen Mitteln die Entwicklungsgeschichte von Agrarprodukten, die aus Lateinamerika stammen. Wir wollen zeigen, welche grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der Wandel des Ernährungssystems nach sich zog und wie diese Produkte Teil der europäischen kulinarischen Identität geworden sind. Die Reflexion über Transkulturalität bzw. die Bildung kultureller Identität am Beispiel von Ernährung ist uns ein zentrales Anliegen.“

Zeitkapseln – Archäolgie für die Zukunft

anlässlich seines Jahresschwerpunktes „Hall im All – 25 Jahre Stromboli“ hat das Kulturlabor Stromboli gemeinsam mit der Stadtarchäologie Hall ein Zeitkapselprojekt ins Leben gerufen, an dem zwei Haller Schulklassen bereits seit Februar arbeiten. In zwei unterschiedlichen Workshops mit den KünstlerInnen Carla Bobadilla (Chile/Wien), Riki Jausz (Hall) und Michele Lorenzini wurden von Kindern und Jugendlichen der Volksschule am Stiftsplatz und der Neuen Mittelschule Dr. Posch Materialien über die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft gesammelt, die nun in zwei Zeitkapseln kommen. In einer von den Schülerinnen und Schülern selbst mitgestalteten Ausstellung werden diese im noch geöffneten Zustand vom 3.6 bis zum 22.6. im Museum Stadtarchäologie gezeigt. Am 27.6. um 18.00 Uhr werden die zwei Bullen, in einem feierlichen Akt in die Stromboli-Fassade eingemauert.postk_zeitkapsel Druck2 postk_zeitkapsel Druck1

Federn auf Reisen

Ein Projekt von Carla Bobadilla und Sascha Reichstein, Verein Los!
Realisiert zwischen Februar und April 2014 in Kooperation mit der Klasse 4b
in Zusammenarbeit mit Dorit Smolka, AHS Theodor Kramer Strasse, Wien
Weltmuseum Wien und Volkskundemuseum, Wien

Gefördert durch Culture ConnectedFedern auf Reisen Federn auf Reisen

Depot Kunst und Diskussion

Mittwoch, 19. März 2014, 19.00
Macht Kunst Schule?
Vorträge und Diskussion

In letzter Zeit wurden Kooperationen von Kulturinstitutionen und Schulen durch staatliche Förderprogramme wie „Kunst macht Schule“ massiv unterstützt. Argumentationen lauten „Kunst und Kultur im Schulalltag erlebbar machen“ und „zu kultureller, gesellschaftlicher Partizipation“ beitragen. Darüber hinaus spielen Kollaborationen von Kunstinstitutionen und Kunstuniversitäten eine zunehmende Rolle für die Curricula zukünftiger Kunsterzieher_innen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Bildungsdiskussion in Österreich einerseits und im Kontext der von politischen Thesenpapieren und staatlichen Förderprogrammen beschworenen (Heils-) Versprechungen kultureller Bildung andererseits werden die Teilnehmer_innen die Diskrepanzen, Konflikte, aber auch Potenziale von Kollaborationen zwischen Schulen, Kulturinstitutionen und -universitäten diskutieren.

 

Carla Bobadilla, Künstlerin, Kunstvermittlerin
Eva Lausegger, Lehrerin
Rolf Laven, Künstler, Kunstpädagoge, Pädagogische Hochschule Wien
Anna Pritz, Akademie der Bildenden Künste Wien
Barbara Putz-Plecko, Universität für Angewandte Kunst Wien
Karin Schneider, Kunstvermittlerin

Moderation: Barbara Mahlknecht, Kunstvermittlerin

Depot
Breite Gasse 3
1070 Wien
Tel: +43 699 13 53 77 10
depot@depot.or.at
http://www.depot.or.at

Wien Museum. Typenerweiterung

Thematischer Ausgangspunkt war die Ausstellung „Wiener Typen – Klischees und Wirklichkeit“, die im Wien Museum gezeigt wird. TeilnehmerInnen der Kurse von Interface und SchülerInnen der Graphischen (Fotografie und Grafik) haben im Rahmen dieser Workshops, die im Museum und im öffentlichen Raum stattfanden, zusammengearbeitet. Historische Exponate der Präsentation wurden verhandelt und zusammen mit der Künstlerin Carla Bobadilla re-interpretiert. Das Projekt war inbesondere prozessorientiert, d.h. die TeilnehmerInnen sollten über Typus und Klischee frei entscheiden, auch die Orte im urbanen Raum wurden von ihnen ausgewählt. Eine Präsentation der Arbeiten fand am 26. Juni 2013 im Atrium des Wien Museums statt.

Layout 1